Wiederentdeckt: „Meißner Hausmärchen“

Sensation! Teile der „Meißner Hausmärchen“ der Gebrüder Schlimm wiederentdeckt!

Es war einmal vor nicht so langer Zeit…

… da regierte in einer kleinen über 1000jährigen romantischen Stadt am Ufer eines ruhig plätschernden Flusses ein großer Fürst. Der große Fürst war bekannt für sein schönes Antlitz und sein beherztes Eingreifen in die Geschicke seiner Stadt. Alle Bürger, Handwerker, Tagelöhner und Adligen lebten in Frieden zusammen und der große Fürst traf für sie die Entscheidungen.

Zu Beginn eines jeden Jahres feierte der große Fürst ein rauschendes Fest und alle kamen zusammen um zu hören was im vergangen Jahre Großes geschaffen wurde. So kam es, wie jedes Jahr, dass das rauschende Fest des großen Fürsten im Hoftheater ausgerichtet wurde. Er sprach: Putzet den Saal, schmückt die Bühne und entstaubt die alten Polsterstühle. Und so taten die fleißigen Untertanen wie Ihnen geheißen. Die Theaterbühne wurde dekoriert, Girlanden hochgezogen, der Saal gekehrt und die Stühle ausgebürstet.

Alle geladenen Gäste folgten der Einladung des großen Fürsten. Jeder seiner Staatsbürger hatte sich herausgeputzt, beste Stoffe und Tücher angelegt. Selbst der große Fürst trug seine schönste kleinkarierte Hose. Es war ein rauschendes Fest. Es wurde gefeiert bis in den frühen Morgen des nächsten Tages.

Nachdem alle Gäste und der Fürst selbst, ihren kleinen oder großen Rausch überstanden hatten, entdeckte der Fürst einen schmutzigen Fleck auf seiner kleinkarierten Hose. Wo kam der her? Hatte da ein Spitzbub zum oder vor dem großen Feste seinen Kaugummi an den Thron des großen Fürsten angeheftet, der sich nun „in“ seiner Hose befand?

Welch Frevel, rief der große Fürst. Wieso hatten es seine Untertanen bei den Vorbereitungen für das Fest nicht bemerkt?

Sogleich beauftrage er die berühmtesten Alchimisten seines Reiches, den Kaugummifleck aus seiner liebsten, teuersten, kleinkariertesten Hose zu entfernen. Aber alle Mühe war umsonst, der Kaugummifleck blieb und blieb. Seine Kleinkarierte war nun untragbar geworden.

Verschwörung! Der große Fürst rannte wutentbrannt in sein Hoftheater und kochte. Er tobte und schrie: „Ihr habt meine schönste, teuerste, liebste, kleinkarierteste Hose beschädigt! Könnt Ihr nicht richtig säubern? Mein Auftrag lautete, alles besonders schön herzurichten für mein Fest, für mein großes Fest. Sodann näht mir eine Neue!

Sogleich setzten sich die fleißigen, geschickten und ehrlichen Mitarbeiter des Hoftheaters zusammen und nähten eine neue kleinkarierte noch schönere Hose für den großen Fürsten einer kleinen über 1000jährigen romantischen Stadt am Ufer eines ruhig plätschernden Flusses.

So geschah es im Jahre 2013.

… und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute nach Kaugummiresten auf allen Stühlen des großen Fürsten.

M21-Service:  Originalreplik hier zum downloaden → Der große Fürst (Meißner Hausmärchen der Gebrüder Schlimm)


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